Was ist HDX?

Citrix HDX ist eine Suite proprietärer Technologien, die Benutzern virtueller Desktops und virtueller Anwendungen High-Definition-Performance bietet. Als zentrale Komponente der Angebote rund um Citrix Virtual Apps and Desktops (Teil von Citrix Workspace) gewährt HDX Benutzern konsistenten Komfort über vielfältigste Geräte und Netzwerke hinweg. HDX basiert auf dem Remoting-Protokoll Independent Computing Architecture (ICA) und wird von internationalen Unternehmen für Millionen von Benutzern verwendet.

HDX liegen drei Technikprinzipien zugrunde: intelligente Umleitung, adaptive Komprimierung und Datendeduplizierung. Diese werden in verschiedenen Kombinationen angewendet und ermöglichen Folgendes:

  • Optimierung des Benutzerkomforts und der IT-Kontrolle
  • Verringerung des Bandbreitenbedarfs
  • Steigerung der Anwenderdichte pro Hostserver

Weitere Themen rund um HDX:

Was sind die drei technischen Grundlagen der HDX-Technologie?

1. Intelligente Umleitung

Intelligente Umleitung analysiert Bildschirmaktivität, Anwendungsbefehle, Endgeräte sowie Netzwerk- und Serverkapazität. Dadurch kann sofort festgestellt werden, wie und wo eine Anwendung oder Desktop-Aktivität gerendert werden muss. Das Rendering kann entweder auf dem Endgerät oder dem Hostingserver durchgeführt werden.

Die Client-Umleitung nutzt die Rechenleistung von Endgeräten, falls verfügbar, sodass sich der Server um andere Aufgaben kümmern oder mehr Anwender unterstützen kann. Die Endgeräte-Umleitung fängt die Verbindung zu Peripheriegeräten wie Webcams, Druckern, Scannern, Digitalstiften und 3D-Mäusen auf lokaler Ebene ab, sodass Anwender in Sitzungen mit diesen Endgeräten interagieren können.

2. Adaptive Komprimierung

Adaptive Komprimierung ist eine der urheberrechtlich geschützten Kernfunktionen des ICA-Protokolls und ermöglicht die Übertragung einer umfassenden Multimedia-Anzeige über langsame Netzwerkverbindungen. HDX analysiert zuerst Faktoren, wie z. B. das Eingangsformat, das Endgerät und die Anzeige (Text, Video, Audio, Multimedia). Anschließend wählt die Technologie den am besten geeigneten Komprimierungs-Codec sowie das beste Verhältnis von CPU- oder GPU-Nutzung. Danach passt sie sich entsprechend dem Anwender und der Sitzung an.

3. Deduplizierung des Netzwerkverkehrs

Die Deduplizierung des Netzwerk-Traffics verringert die Gesamtdatenmenge, die zwischen Client und Server versendet wird. Die Technik berücksichtigt wiederholt auftretende Muster häufig genutzter Daten wie Bitmap-Grafiken, Dokumenten, Druckaufträgen und Medienstreams. Wenn diese Muster zwischengespeichert werden, ist es möglich, lediglich Änderungen über das Netzwerk zu übertragen, sodass doppelter Datenverkehr vermieden wird. HDX unterstützt zudem das Multicasting von Multimedia-Streams. Dabei wird die Übertragung von einer einzelnen Quelle von mehreren „Abonnenten“ an einem Standort bezogen, statt eine direkte Verbindung zu jedem Nutzer zu erstellen.

Was ist HDX 3D Pro?

HDX 3D Pro ist die erste Technologie, die die Nutzung von Grafikprozessoren (GPUs) für grafiklastige Workloads wie CAD/CAM in Citrix Virtual Apps and Desktops ermöglichte. Heutzutage gibt es virtualisierungsfähige Grafikkarten, die unter Verwendung einer einzigen physischen GPU eine Hardwarebeschleunigung für mehrere virtuelle Maschinen (VMs) ermöglichen. Die Technologie wurde ursprünglich für High-End-3D-Grafiken entwickelt und optimiert die Performance von professionellen Grafikanwendungen, die eine GPU-Beschleunigung verwenden, wie beispielsweise Webbrowser oder Microsoft Office-Anwendungen.

Wie HDX die Ton-, Bild- und Multimediaqualität erhöht

Anwender erwarten, dass Lösungen für die Anwendungs- und Desktop-Bereitstellung Audio- und Multimediadaten nahezu in Echtzeit bereitstellen – ähnlich wie lokale Anwendungen und Desktops. HDX-Technologien stellen dank Richtlinien und Vorlagen Multimedia- und Videodaten bandbreiteneffizient bereit, sodass Nutzer von einer ausgezeichneten Anzeigequalität profitieren.

HDX Adaptive Transport stellt sicher, dass alle Funktionen innerhalb einer Nutzersitzung, einschließlich der Grafikanzeige, optimal ausgeführt werden – selbst wenn sich die Netzwerkqualität verschlechtert. Diese Anzeigeoptimierung wird durch das Protokoll Enlightened Data Transport (EDT) von Citrix erreicht. Dieses nutzt UDP auf intelligente und zuverlässige Weise, um die Performance zu optimieren. Adaptive Transport ermöglicht einen nahtlosen Übergang von Sitzungen zwischen EDT/UDP und TCP nach Bedarf, ohne dass irgendwelche Konfigurationen vorgenommen werden müssen. Dadurch werden sehr reaktionsfähige Sitzungen für zahlreiche Client-Endgeräte ermöglicht.

Die Anzeigeoptimierungen von Citrix nutzen die Codecs H.264 und H.265, um eine erstklassige Bildqualität bei minimalem Bandbreitenbedarf sicherzustellen. Die Kodierung mithilfe dieser Standards kann während der gesamten Sitzung durchgeführt werden. Dies eignet sich ideal für bewegte Bilder sowohl im Vollbildmodus als auch in bestimmten Bildschirmbereichen, je nach Bedarf. Sowohl die GPU-Hardware des Servers als auch des Clients werden je nach Verfügbarkeit genutzt, um eine atemberaubende und zugleich ressourceneffiziente Grafikleistung bereitzustellen. Diese Optimierungen machen sich besonders in anspruchsvollen Anwendungsfällen bemerkbar, zum Beispiel:

Unified Communications

Web-Konferenzen erfordern ein Audiosignal in Echtzeit und immer häufiger auch Video- sowie Screensharing-Übertragungen. HDX stellt sicher, dass Audio-Traffic immer die höchste Netzwerkpriorität erhält. Zudem wird das Packet-Tagging für Quality of Service (QoS) auf einem dedizierten virtuellen Kanal innerhalb des ICA-Protokolls für RTP/UDP-Audio aktiviert. Dadurch werden die Latenz minimiert und Störungen bei der Audioübertragung vermieden.

Die clientseitige Webcam-Komprimierung für Videoübertragungen reduziert die Bandbreitenanforderungen deutlich und bietet Anwendern einen nativen Benutzerkomfort, selbst über mobile Netzwerke oder an Remote-Standorten.

Für Fälle, in denen die Anwendung zentral in einer virtuellen Umgebung gehostet wird, bietet Citrix Lösungen, die in Zusammenarbeit mit namhaften Anbietern von Unified Communications entwickelt wurden, darunter Microsoft, Cisco, Zoom und Avaya. Diese ermöglichen Peer-to-Peer-Verbindungen zwischen Endgeräten. Regeln zur Echtzeitoptimierung vermeiden Latenzen aufgrund des „Hairpinning“-Effekts, sodass Audio- und Videodaten direkt zwischen Endgeräten übertragen werden können, ohne den Umweg über den zentralen Host im Rechenzentrum zu gehen. Dies hat eine deutliche Verbesserung der Performance zur Folge und ermöglicht eine höhere Anwenderdichte auf dem Host-Server.

Multimedia

Das Video-Rendering auf Youtube sowie andere ressourcenintensive webbasierte Aufgaben können mittels Browser Content Redirection vom Endgerät durchgeführt werden. Über verschiedene Richtlinien können die URL-Kontrolle sowie das Downloadverhalten dieser Funktion konfiguriert werden. Sie reduziert deutlich den Rechenaufwand von Servern sowie den Netzwerk-Traffic, der vom Host zum Client übertragen wird. Gleichzeitig wird Nutzern von virtualisiert bereitgestellten Webbrowsern eine erstklassige Performance geboten, die der von lokal installierten Anwendungen in nichts nachsteht.

Multicast-Video-Support ermöglicht es, mehreren Tausend Anwendern Videoinhalte bereitzustellen, die nur einmal heruntergeladen und gerendert wurden. Dadurch können Sie bei der Übertragung von Live-Video-Veranstaltungen, Nachrichtenkanälen und Schulungsprogrammen an Niederlassungen Bandbreite und Rechenleistung einsparen.

Die Umleitung von Multimedia-Inhalten verringert den CPU-Aufwand von Host-Servern deutlich, sodass mehr Anwender pro Server unterstützt werden können – für eine bessere Skalierbarkeit. Durch Umleitung von Flash- und Windows Media-Inhalten werden die für die Wiedergabe der Inhalte notwendigen Rendering-Aufgaben an kompatible Client-Endgeräte übertragen. Multimedia-Inhalte werden nur in Ausnahmefällen vom Server gerendert.

4K-Auflösung und mehrere Bildschirme

In vielen Branchen wie dem Gesundheitswesen, der Fertigung und dem Finanzwesen besteht häufig ein Bedarf an hochauflösenden Displays und mehr als einem Monitor. Für diese Szenarien bieten die zugrunde liegenden Fähigkeiten der Grafikhardware zusammen mit HDX-Technologien gestochen scharfe Bilder, ruckelfreie Videos und klaren Text.

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Wie HDX das Drucken und Scannen beschleunigt

Citrix unterstützt sowohl lokale als auch Netzwerkdrucker. Lokal definierte Drucker auf Clients werden nach Bedarf in Sitzungen umgeleitet. Netzwerkdrucker können Anwendern anhand der Mitgliedschaft in einer Active Directory-Gruppe, dem physischen Standort des Anwenders oder anderer Kriterien zugeteilt werden. Admins können für eine einfachere und stabilere Nutzung die Citrix Universal Print Drivers und den Citrix Universal Print Server gemeinsam mit nativen Druckfunktionen verwenden.

Citrix hat diese Druckertreiber und Druckservertechnologien von Grund auf neu entwickelt. Sie stellen viele Funktionen bereit, die für tägliche Druckaufgaben benötigt werden. Zudem wird die Bandbreite berücksichtigt, die ein Druckauftrag erfordert. Wenn ein einziger Treiber verwendet wird, um hunderte oder tausende Drucker zu verwalten, wird das Management von Druckertreibern in Citrix Workspace bzw. Citrix Virtual Apps and Desktops vereinfacht.

Mit dem Universal Print Server wird die Druck-Engine auf einen Windows-Druckserver übertragen. Dadurch müssen keine endgerätespezifischen Treiber auf dem Server oder dem Desktop-Image installiert werden. Firewallfreundliche Druckerprotokolle bieten eine höhere Bandbreiteneffizienz als native Windows-Protokolle und lassen sich zudem auf Endgeräte anderer Betriebssysteme ausweiten. Die neueste Version des Universal Print Server bietet zudem eine verbesserte Skalierbarkeit, einen besseren Betriebssystemsupport sowie Performance-Monitoring.

Obwohl Scanner über eine einfache USB-Verbindung unterstützt werden können, bietet die Implementierung mit Citrix zusätzliche Daten zur Verbindung von Endgerät und Host. Die lokale Scanner-Verbindungsfunktion ermöglicht es dem Anwender, mit nativer USB-Geschwindigkeit mit dem Scanner zu interagieren. Sobald der Scan durchgeführt wurde, komprimiert ICA das gescannte Bild und sendet es an den Hostserver. Das Einzige, was daher über das Netzwerk gesendet wird, ist eine komprimierte Bilddatei.

Darüber hinaus unterstützt HDX die größte Vielfalt an Peripheriegeräten mit Plug-and-Play-Konnektivität für Webcams, Musik-Player, Audiorekorder und Spezial-Peripheriegeräte. Die USB-Umleitung in die Cloud macht es möglich, dass diese Peripheriegeräte selbst dann genutzt werden können, wenn sie sich hunderte Kilometer von dem Ort entfernt befinden, an dem die Sitzung gehostet wird. HDX-Technologien optimieren USB-Traffic über übliche WAN-Bedingungen, um ein Feedback in Echtzeit sowie umfangreiche Funktionen zu unterstützen. Die Unterstützung von Digitalstiften, elektronischen Signaturtafeln sowie Grafiktabletts in cloudgehosteten Anwendungen ist eine wichtige Anforderung in verschiedenen Branchen, darunter Einzelhandel, Finanzwesen, Design und CAD. HDX erfüllt diese Anforderungen mit einer Vielzahl von Peripheriegeräten und Lösungen, die über das Citrix Ready Program für Citrix-Umgebungen zertifiziert sind.

Wie HDX qualitativ hochwertigen Service und Zuverlässigkeit sicherstellt

Traffic von virtuellen Anwendungen und Desktops steht in Konkurrenz zu allem anderen im Netzwerk. Um strenge Service Level Agreements (SLAs) einhalten zu können, benötigen Netzwerkadministratoren Tools, um Anwendungs- und Desktop-Traffic zu priorisieren und zu optimieren. Auf diese Weise können sie Tag für Tag einen erstklassigen Benutzerkomfort gewährleisten. HDX-Technologien stellen durch eine Kombination aus ICA-Traffic-Priorisierung, zwischengespeicherten Inhalten für Niederlassungen und ICA-Protokolloptimierungen den höchsten Grad an Quality of Service und Zuverlässigkeit sicher.

Die Traffic-Priorisierung von HDX bietet Folgendes:

  • Priorisierung von virtuellem Anwendungs- und Desktop-Traffic anhand von Nutzungstyp. Hierbei werden Kommunikationskanäle über Standard-QoS-Routingtechniken in fünf unabhängige Datenströme aufgeteilt. Der virtuelle Desktop-Traffic kann in interaktive, dedizierte Echtzeit-, Hintergrund-, Bulk- und RTP-/UDP-Sprachkanäle unterteilt werden.
  • Identifizierung von Anwendungstypen, wodurch es Netzwerkadministratoren ermöglicht wird, Web- und Client-Server-Anwendungen neben virtuellem Anwendungs- und Desktop-Traffic zu priorisieren. Dies ermöglicht es Administratoren, QoS bei gleichzeitiger bestmöglicher Nutzung der verfügbaren Netzwerkbandbreite aufrechtzuerhalten.
  • Adaptive Caching-Technologie fügt sich in Citrix Virtual Apps and Desktops und Citrix Workspace ein, um die native ICA-Komprimierung zu deaktivieren, die die Sitzungen von einzelnen Anwendern optimiert. Diese Technologie optimiert anschließend die Bereitstellung für mehrere Anwendersitzungen, indem die Übertragung häufig aufgerufener Daten lokal zwischengespeichert und dedupliziert wird. Dazu gehören Bitmap-Grafiken, Dokumente, Druckaufträge und Medienstreams.

Zu den ICA-Protokolloptimierungen zählen:

  • Adaptive TCP-Flusssteuerung, um den Fluss des gesamten TCP-basierten Datenverkehrs, einschließlich ICA, durch die Analyse hoher Netzwerklatenzen und Paketverluste zu beschleunigen. Daraus ergeben sich ein deutlich höherer Netzwerkdurchsatz und eine bessere Performance als mit Standard-TCP-Implementierungen.
  • Adaptive Traffic-Komprimierung mit einer leistungsstarken Engine, um ICA-Traffic anhand seiner Merkmale zu komprimieren. Auch die Funktionen der Infrastruktur und die Netzwerkbedingungen werden hierbei berücksichtigt.
  • Adaptive Protokollbeschleunigung, die ICA-Traffic durch die Analyse von Netzwerk- und Datenverkehrsbedingungen intelligent beschleunigt..                                                                           

Bei der Administration können Sie Dank vordefinierter HDX-Richtlinienvorlagen, die auf häufigen Anwendungsszenarien basieren, auf einfache Weise sicherstellen, dass Anwender bei jeder Verbindung über die bestmögliche Performance verfügen. Zudem werden die Anforderungen der IT erfüllt. Vorlagen für eine hohe Server-Skalierbarkeit, WAN-Verbindungen mit geringer Bandbreite sowie Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen sind bereits enthalten. Diese Vorlagen können nach Bedarf angepasst und mithilfe von verschiedenen Richtlinienfiltern während Anwendersitzungen eingesetzt werden.

Citrix-Lösungen für HDX

HDX-Technologien sind die Grundlage der Plattform von Citrix DaaS und VDI. Sie ermöglichen es Unternehmen, eine hervorragende virtuelle Anwendungs- und Desktop-Erfahrung zu bieten, die lokalen PCs in nichts nachsteht – selbst in Sachen Multimedia, USB-Peripherie und 3D-Grafikanwendungen über Netzwerke mit geringer Bandbreite und hoher Latenz. Das Beste ist, dass Citrix HDX es der IT-Abteilung ermöglicht, zu jeder Zeit und überall zu arbeiten und gleichzeitig ein hohes Maß an Sicherheit und Kontrolle über Unternehmensdaten aufrechtzuerhalten.

Überzeugen Sie sich von Citrix HDX-Technologie – fester Bestandteil jeder Edition von Citrix Virtual Apps and Desktops

München: 
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