Tipps zur Unterstützung des digitalen Wohlbefindens von Remote-IT-Mitarbeitern

Im zweiten Teil unserer Artikelserie, Best Practices für Unternehmen für digitales Wohlbefinden, beschäftigen wir uns damit, wie Major League Baseball und Red Bull Racing das Wohlergehen ihrer IT-Mitarbeiter vom Homeoffice aus unterstützen.

ARTIKEL | Lesezeit 6 Min.
23. März 2021

Während dieses langen Jahres der Einschränkungen und der Remote-Arbeit war man auf wenige Mitarbeiter mehr angewiesen als auf IT-Mitarbeiter. Von der Verteilung und Autorisierung unzähliger Endgeräte mit Remote-Zugriff bis hin zur Sicherstellung einer hohen Netzwerkleistung von jedem Standort, haben dieIT-Abteilungen während der Pandemie große Arbeit geleistet. Ihre engagierten Bemühungen, eine mehrjährige Homeoffice-Revolution in wenigen Wochen zu stemmen, ermöglichte es ihren Kollegen, inmitten einer globalen Gesundheitskrise produktiv zu bleiben. Kurz gesagt, unsere Fernarbeitswelt ist nur möglich, weil IT-Teams auf Hochtouren liefen.

Niemand kann jedoch lange mit Überlastung arbeiten, ohne dass dies die körperliche oder geistige Gesundheit beeinträchtigt – IT-Mitarbeiter sind da keine Ausnahme. Bei der Suche von Unternehmensleitern nach Wegen, die digitale Gesundheit aller ihrer Mitarbeiter wiederherzustellen und zu unterstützen, ist es wichtig, die besonderen Umstände zu erkennen, denen IT-Teams ausgesetzt sind. In diesem Artikel greifen wir auf Ratschläge und Best Practices der IT-Abteilungen von Red Bull Racing und Major League Baseball zurück, um zu zeigen, wie das digitale Wohlbefinden für IT-Mitarbeiter die remote arbeiten am besten verbessert werden kann.

Der Stand des digitalen Wohlbefindens von Remote-IT-Mitarbeitern im Jahr 2021

Am Anfang der Pandemie hatte Remote Arbeit für viele IT-Mitarbeiter erstmalig Vorrang. Obwohl diese Situation Herausforderungen mit sich brachte, haben IT-Mitarbeiter hervorragende Arbeit geleistet, sich an die Situation angepasst und das Potenzial in ihr gesehen. Chris Middleton, Head of IT Infrastructure and Operations von Red Bull Racing, berichtet: „Wir waren weiterhin produktiv von zu Hause aus. Diese Flexibilität gab den Menschen das Gefühl, mehr Freiraum in Bezug auf ihren Arbeitsplatz und ihre Zeit zu haben, was zu positiven Ergebnissen führte“. Das Team von Middleton hielt nicht nur mit seiner eigenen Arbeit Schritt, sondern unterstützte darüber hinaus Mitglieder des Ingenieurteams bei der Entwicklung von Prototypen von Beatmungstechnologien für Krankenhäuser.

Trotz der Leistungen der IT-Mitarbeiter berichten 77 Prozent der IT-Teams nach langen Monaten der Fernarbeit von höherem Stress. Um Burnout entgegenzuwirken, sagt Travis Neal, Director of Infrastructure Program Management der MLB, müssen wir ehrlich zueinander sein und entsprechende Pläne machen: „Jeder hat andere Hürden und Herausforderungen. Akzeptieren wir also, dass Burnout vorkommen kann, und seien wir einfühlsam und flexibel. Wenn eine Person an ihre Grenzen stößt, können wir vorausschauend sein und sagen: ‚Du hast zu viel um die Ohren. Lass mich dich entlasten und eventuell unrealistische Fristen anpassen‘. Als Manager bedeutet dies, meinem Team die Unterstützung zu geben, die es braucht“.

Die Rolle der Technologie bei der Verbesserung des digitalen Wohlbefindens für IT-Mitarbeiter

Technologie hat schon immer eine Rolle bei der Verminderung von Burnout und der Unterstützung der digitalen Gesundheit von IT-Mitarbeitern gespielt – zum Beispiel können Arbeitsbereiche, die den Kontextwechsel zwischen Anwendungen reduzieren, Produktivitätsverluste von bis zu 40 Prozentverhindern. In dieser neuen Ära der flexiblen Arbeit waren Technologien wie Virtualisierung besonders für Remote-IT-Mitarbeiter jedoch von entscheidender Bedeutung. Wie Middleton beschreibt: „Um unserem Team die umfassende Designerfahrung auch ohne erstklassige CAD-Workstation zu ermöglichen, haben wir virtuelle Desktop-Technologie verwendet, die vom Laptop bis zur CAD-Workstation auf dem Campus integriert wurde. Dadurch konnte die Arbeit etwa 30 Prozent schneller erledigt werden als mit einer normalen Maus. So sind wir in der Lage, eine Fernarbeitskraft von 500 Mitarbeitern zu mobilisieren, die dieselben Werkzeuge verwenden, die sie immer verwendet haben, nur jetzt bequem und sicher von zu Hause aus“.

Neben diesen spezifischen Lösungen war auch eine widerstandsfähige und proaktive Technologiestrategie der Schlüssel zur Verbesserung der digitalen Gesundheit von Remote-IT-Teams. Neal erzählt: „Als sich die Baseballsaison verzögerte, hatten wir mehr Zeit, um aktiv Pläne zu machen. Wir haben Konzepte aus dem Softwaredesign iterativ in unser Prozessdesign übernommen. Als die Saison startete, war unser Witz, dass dies einer der ruhigsten Eröffnungstage war, die wir je hatten. Da wir unsere Systeme und Infrastruktur getestet hatten, gab es kein Gerangel in letzter Minute. Wir lernten, dass wir unsere psychische Gesundheit, das Wohlergehen des Teams und die gemeinsame Arbeitsleistung positiv beeinflussen können, indem wir aktiv planen und Teams den Raum geben, Probleme so zu lösen, wie sie es gerne hätten“.

WIR KÖNNEN DAS WOHLERGEHEN DES TEAMS POSITIV BEEINFLUSSEN, INDEM WIR AKTIV PLANEN UND DEN TEAMS RAUM GEBEN, UM IHRE PROBLEME SO ZU LÖSEN, WIE SIE MÖCHTEN.

Travis Neal
Director of Infrastructure Program Management
MLB

Was IT-Manager tun können, um das Wohlbefinden von IT-Teams zu fördern

Neben Technologie- und Prozessverbesserungen äußerten sich Middleton und Neal über die Rolle des Managements bei der Verbesserung des digitalen Wohlbefindens für IT-Mitarbeiter. Zu den wichtigsten Eigenschaften eines effektiven Managers zählen Vertrauen und Flexibilität. „Wenn Sie den Leuten vertrauen, wird sich das auszahlen“, sagt Middleton. „Wenn Menschen Ihr Vertrauen haben, fühlen sie sich fähiger und werden ihre Arbeit positiver wahrnehmen – so holen Sie das Beste aus ihnen heraus. Das hilft mir wiederum, die Arbeitsmuster der Menschen während des Tages so anzupassen, wie es für diese am besten funktioniert. Ich ermutige mein Team auch, während der Mittagspause nach draußen zu gehen, frische Luft zu schnappen, die Sonne zu genießen und dann erholter wieder zurückzukehren“.

Eine weitere bewährte Praxis zur Förderung des Wohlbefindens für IT-Manager ist die effiziente Kommunikation, die nach einem Jahr Fernarbeit besonders relevant ist. „Kommunikation ist unabdingbar, um sicherzustellen, dass die Teams aufeinander abgestimmt sind, aber jetzt, da alle die Nase von Zoom voll haben, verbringe ich wahrscheinlich 30 Minuten pro Woche damit, mich zu fragen: ‚Muss dieses Meeting wirklich sein?!‘“, sagt Neal. „Slack-Kanäle und die Dokumentenfreigabe helfen uns allen mit einer einzigen Quelle remote zu arbeiten und ersparen stundenlange Meetings. Technologie muss inklusiv sein – alle müssen in die verschiedenen verfügbaren Tools eingebracht werden“.

Digitales Wohlbefinden als dauerhafte Priorität für IT-Führungskräfte

Das letzte Jahr war hart. Da Unternehmen bestrebt sind, das digitale Wohlbefinden aller Mitarbeiter wiederherzustellen,  kommt den IT-Abteilungen bei der Ermöglichung einer effektiven Kommunikation, Zusammenarbeit und dem Zusammenhalt eine entscheidende Rolle zu. Die gute Nachricht ist, dass sich all diese Bemühungen auszahlen und eine gesündere und zufriedenere Welt nach der Pandemie ermöglichen. Neal fasst zusammen: „Frühling und Baseball gehen Hand in Hand. Unsere Leute sind stolz darauf, zu wissen Teil dieser Regeneration zu sein, und das bringt große Freude. Es scheint, als wüssten wir, dass etwas Neues und Positives im Anmarsch ist“.