Was ist Digitalisierung?

Digitalisierung ist die strategische Einführung von digitalen Technologien. Sie wird verwendet, um die Prozesse, Produktivität, Experience von Kunden und Mitarbeitern, Geschäftsrisiken und Kosten zu optimieren. Die Digitalisierung kann unzählige Hilfsmittel, Lösungen und Prozesse beinhalten. Eine effektive Strategie zeichnet sich dadurch aus, dass sie individuell auf ein Unternehmen angepasst wird.

Digitalisierung ist unumgänglich, um im modernen Geschäftsumfeld wettbewerbsfähig zu bleiben. Nur wenige Unternehmen bleiben ohne einen Plan zum strategischen Einsatz von nützlichen Technologien – wie einem digitalen Arbeitsplatz – dauerhaft erfolgreich.

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Warum ist die Digitalisierung so wichtig?

Ob ein Unternehmen am sich ständig verändernden globalen Markt wettbewerbsfähig bleibt, hängt von seiner Fähigkeit ab, sich mit der Einführung neuer Technologien schnell anzupassen. IDC schätzt, dass die weltweiten Ausgaben für Technologien und Services zur Digitalisierung auf nahezu 2 Billionen USD im Jahr 2022 ansteigen werden1. Erfolgreiche digitalisierte Unternehmen konzentrieren sich darauf, ihren Kunden auf verschiedenen Kanälen eine perfekte Experience zu bieten. Alle anderen laufen Gefahr, den Anschluss zu verlieren.

Die Digitalisierung spielt in den folgenden Bereichen eine wichtige Rolle:

  • Customer Experience: Die Verbraucher haben heute eine größere Auswahl als je zuvor. Deshalb stehen Unternehmen vor der schwierigen Aufgabe, nicht nur innovative Produkte und Services, sondern auch eine sinnvolle Interaktion und Experience zu bieten, die Kunden begeistert und langfristig bindet. Denken Sie beispielsweise an die riesige Auswahl bei der Essenslieferung, die uns heute zur Verfügung steht. Die Gründe dafür, dass Sie sich für ein bestimmtes Angebot entscheiden, kann direkt mit der Digitalisierung des Unternehmens zusammenhängen – eine benutzerfreundliche App, eine nahtlose Transaktion, guter Service oder eine schnelle Lieferung kann ausschlaggebend sein.
  • Employee Experience: Es geht nicht nur darum, Ihren Arbeitskräften die neuesten Anwendungen und Geräte zu bieten, sondern darum, eine einfache, moderne, überzeugende Experience für Ihr wichtigstes Asset bereitzustellen – Ihre Mitarbeiter. Forschungsergebnisse bestätigen, dass Unternehmen, die in die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter investieren, mit produktiveren Arbeitskräften und besserer Kundenzufriedenheit belohnt werden. Die Digitalisierung kann Unternehmen helfen, den Mitarbeitern die nötigen Tools und den sofortigen Zugriff auf alle erforderlichen Hilfsmittel bereitzustellen.
  • Prozessoptimierung: Die Fähigkeit eines Unternehmens, eine hervorragende Experience für seine Mitarbeiter und Kunden bereitzustellen, hängt von nahtlosen Operationen im Backend ab. Optimierte Workflows, digitale Prozesse und automatisierte Aufgaben sind wichtige Methoden, mit denen Unternehmen neue Effizienzen schaffen können.  
  • Produktdigitalisierung: Dies bezieht sich auf die Verwendung von Technologien, um ein Produkt oder einen Service zu verbessern, z. B. smarte vernetzte oder sprachgesteuerte Geräte. Mit der Digitalisierung bleiben Unternehmen nicht nur am Puls der Zeit, sondern erhalten auch eine agile Infrastruktur, die für kontinuierliche Innovationen und die schnelle Reaktion auf Veränderungen und Kundenwünsche erforderlich ist.

Wer ist für die Digitalisierung verantwortlich?

Führungskräfte ermöglichen die Digitalisierung

Früher wurden Digitalisierungsprojekte oftmals als reine IT-Angelegenheit betrachtet. Doch heute ist die Digitalisierung untrennbar mit der geschäftlichen Transformation verbunden. Dies muss unbedingt klar sein, wenn es darum geht, sich die Unterstützung der Führungskräfte für eine Digitalisierungsinitiative zu sichern. Dabei sollte auch aufgezeigt werden, welche direkten Auswirkungen eine technologische Investition auf das Geschäftsergebnis hat.

IT und HR führen die Digitalisierung an

Die Digitalisierung zwingt die IT dazu, den gewohnten Problemlösungsmodus zu verlassen, und macht sie zu einem strategischen Geschäftspartner, der die Veränderungen im Unternehmen aktiv unterstützt. Und weil die Experience von Kunden und Mitarbeitern stark zusammenhängt, müssen IT und HR heute gemeinsam an der Digitalisierung des Unternehmens arbeiten.

Es geht nicht mehr nur darum, die neueste Technologie zu nutzen. Es geht darum, sicherzustellen, dass die Technologie die Arbeit effizienter und effektiver macht, damit das Unternehmen die nötigen Mitarbeiter gewinnen, nachhaltig binden und seine Geschäftsergebnisse verbessern kann2.

Laut einem Bericht der Economist Intelligence Unit fühlen sich fast genauso viele IT- wie HR-Führungskräfte (74 Prozent bzw. 75 Prozent) persönlich verantwortlich für eine Verbesserung der Employee Experience. CIOs und CHROs müssen eng zusammenarbeiten, damit die bestehenden Technologien die Bedürfnisse der Menschen perfekt erfüllen und dabei alle HR- und Sicherheitsrichtlinien eingehalten werden. Dies erfordert gemeinsame Ziele, Planungsprozesse, funktionsübergreifende Fertigkeiten und neue KPIs3.

Digitalisierung auf Basis der Mitarbeiter

Obwohl IT und HR gemeinsam für die Planung und Umsetzung der Employee Experience und Digitalisierungsinitiativen verantwortlich sind, sollten sie immer auch die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Mitarbeiter kennen. Dies ist beispielsweise durch regelmäßige Mitarbeiterumfragen oder langfristige Fokusgruppen möglich.

Was kennzeichnet eine erfolgreiche Digitalisierungsstrategie?

Erfolgsgeschichten der Digitalisierung gibt es in allen erdenklichen Formen, Größen und Branchen. Eines der bekanntesten Beispiele ist Netflix. Der größte Kokurrent des Unternehmens, Blockbuster, war nicht auf seinen neuen digitalen Rivalen vorbereitet. Das Unternehmen brauchte sieben Jahre, um einen eigenen Service für DVDs per Post etablieren zu können. Und bis dahin bot Netflix bereits digitales Streaming an. Die Geschwindigkeit, mit der Netflix seinen Kunden neue digitale Lösungen bereitstellen konnte, war wichtiger Bestandteil des anhaltenden Erfolgs des Unternehmens.

Im Einzelhandel haben Unternehmen wie Walmart und Target Digitalisierungsstrategien eingeführt, um ihre Onlinereichweite zu erhöhen und mit einem anderen Giganten der digitalen Revolution zu konkurrieren: Amazon. Walmart und Target konnten ihre vorhandenen Filialgeschäfte als günstige Abhol- und Versandstellen für Kunden nutzen, die lieber online einkaufen. Diese Unternehmen betreiben nun ein riesiges E-Commerce-Geschäft, das nicht nur zusätzlichen Umsatz neben den Filialkunden einbringt, sondern auch die Reichweite der Unternehmen in Bereichen mit weniger Wettbewerb erhöht.

Auch Bildungseinrichtungen nutzen die Digitalisierung, um flexiblere Lernmöglichkeiten zu bieten. Die Indiana University hat beispielsweise ihre alten Computerräume durch eine moderne virtuelle Umgebung ersetzt, damit Studierende von überall aus auf Bildungsanwendungen zugreifen können.

Vorteile einer erfolgreichen Digitalisierungsstrategie

  • Erhöhte Mobilität: Nicht nur privat verbringen Menschen mehrere Stunden täglich mit ihren Mobilgeräten, auch Arbeitskräfte sind von Smartphones, Tablets und Laptops abhängig. Agile Unternehmen benötigen mobile Lösungen, die die gleiche Experience wie im Büro liefern. Bei vielen Digitalisierungsprojekten steht Mobilität an erster Stelle. Hohen Benutzerkomfort auch auf mobile Plattformen auszuweiten, ist für ein modernes Unternehmen von großer Bedeutung. Unternehmen aus allen Branchen nutzen mobile Kapazitäten zur Produktivitätssteigerung, Verbesserung der betrieblichen Effizienz und Erhöhung der Zufriedenheitswerte.
  • Datensicherheit: Effektive Digitalisierungsprojekte unterstützen die Bestrebungen zur Datensicherheit von Unternehmen – das gilt insbesondere in der Zeit von vernetzten Geräten und Big Data. Unter Berücksichtigung etwaiger Verantwortung für Datenhoheit müssen Beteiligte auf den Schutz von Nutzerdaten achten, insbesondere bei der Verarbeitung großer Mengen an vertraulichen Daten. Weltweit agierende Unternehmen können einen Vielzahl an internationalen Datenschutzrechten unterliegen. Diese sollten bei jeder Digitalisierungsstrategie berücksichtigt werden.
  • Höhere Benutzerfreundlichkeit: Neue Technologien werden nicht nur aufgrund ihrer Funktionen eingeführt, sondern auch, weil sie durch unkompliziertere Benutzeroberflächen und intuitive Bedienung die Produktivität der Mitarbeiter fördern. Unternehmensanwendungen mit überladenen Benutzeroberflächen erschweren Mitarbeitern die Arbeit, besonders dann, wenn das Back-End ineffizient ist.

Was sind gängige Herausforderungen der Digitalisierung?

Inkonsequente Strategie

Die Digitalisierung darf nicht mit einem kurzfristigen Projekt verwechselt werden. Sie ist ein laufender Prozess, der immer wieder unterstützt und weiterentwickelt werden muss. Wenn eine Technologie eingeführt wird, ohne dass dabei das große Ganze berücksichtigt wird, können mehr Schwierigkeiten als Vorteile entstehen. Die Digitalisierung sollte mit einer Vision beginnen und alle Projekte sollten sich von dieser Vision ableiten lassen. Wenn Sie über Ihre Vision nachdenken, müssen Sie Ihre Geschäftsziele betrachten und sich überlegen, wie eine Digitalisierungsstrategie zu diesen beitragen könnte.

Mangelnde Unterstützung durch Führungskräfte

Der Erfolg jedes unternehmerischen Wandels, ob digital oder anderweitig, ist wahrscheinlicher, wenn die Führungsebene daran beteiligt ist. Die Führungskräfte unterstützen Initiativen auch mit größerer Wahrscheinlichkeit, wenn sie auf die Geschäftsstrategie ausgerichtet sind. Wenn Sie ein neues Projekt vorschlagen, müssen Sie unbedingt verdeutlichen, wie es zum Unternehmen und zum Geschäftsergebnis beiträgt. Wenn Sie die Führungskräfte auf Ihrer Seite haben, vermeiden Sie Finanzierungsprobleme, die andernfalls Ihr Projekt beeinträchtigen könnten.  

Eingeschränkte Planung

Früher lag die Verantwortung für die Digitalisierung ausschließlich bei der IT – das ist nicht mehr der Fall. Heute ist sie eine funktionsübergreifende Anstrengung des gesamten Unternehmens, bei der sowohl Führungskräfte als auch Mitarbeiter involviert sein müssen.

Wenn Führungskräfte eine neue Technologie implementieren, ohne die Mitarbeiter miteinzubeziehen, welche die Lösung tagtäglich verwenden, investieren sie eventuell in ein Tool, das die Bedürfnisse des Unternehmens nicht erfüllt. Führungskräfte müssen Einblicke in den Benutzerkomfort berücksichtigen, um sicherzustellen, dass die Lösung korrekt funktioniert und keine neuen Herausforderungen mit sich bringt.

In der frühen Phase einer neuen Investition sollten Entscheidungsträger Mitarbeiter zu ihren Erfahrungen mit dem bestehenden System befragen und Einblicke dazu erhalten, wie der Prozess verbessert werden könnte. Im weiteren Verlauf, während der Implementierung der neuen Lösung, sollte weiterhin Feedback von den Mitarbeitern eingeholt werden, die aktive Nutzer der Technologie sind. Im Laufe der Zeit tragen diese gewonnenen Einblicke zu zusätzlichen Änderungen bei und führen zu einem Zyklus an kontinuierlicher Verbesserung.

Quelle:
1
IDC 2HRO Today 3Economist Intelligence Unit

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