Auf diese drei Erkenntnisse zur Arbeitswelt im Wandel können Sie Ihre Arbeitsplatzstrategie nach der Pandemie stützen

Bei aller Aufmerksamkeit, die die Pandemie auf flexible Arbeitsmodelle gelenkt hat: Einige Überlegungen gehen über das Virus hinaus.

ARTIKEL | Lesezeit 5 min.
19. Januar 2021

Als sich die Pandemie ausbreitete und Pandemiepläne für Büros erforderlich machte, befasste sich jeder mit der Frage: Wird der „Alltag“ jemals wiederkehren? Eine aktuelle Umfrage von Gartner ergab, dass 48 Prozent der Mitarbeiter erwarten, nach Abklingen der Pandemie zumindest in Teilzeit aus dem Home-Office zu arbeiten – vor COVID-19 waren es nur 30 Prozent.  Aber während Experten debattieren, warten weitsichtige Organisationen nicht einfach auf eine Antwort.

In unabhängigen Telefonaten sprach Fieldwork by Citrix kürzlich mit Hope Bear, Chief People Officer bei AWeber, und Jenna Geigerman, Director of Real Estate and Strategy bei Citrix, über Risikomanagement und neu implementierte Strategien, um ihr Unternehmen gut durch die Pandemie zu bringen. Obwohl beide radikale Veränderungen durchlaufen haben, setzen sie auch auf bewährte Prinzipien, um ihre Organisation in die Zukunft zu führen.

Ausgehend von ihren Erfahrungen haben wir drei Prinzipien herausgearbeitet, die jedes der beiden Unternehmen auf dem Weg zu einer flexibleren Arbeit und Kultur im Unternehmen befolgte. Wir hoffen, dass diese Erkenntnisse auch Ihrem Unternehmen dabei helfen, seine Arbeitsplatzerfahrung für die Zeit nach der Pandemie zu gestalten.

Mitarbeiter – nicht endlose Annehmlichkeiten – machen Kultur aus

AWeber, eine E-Mail-Marketing-Firma mit Sitz außerhalb von Philadelphia, war in dieser Gegend eines der ersten Unternehmen, das auf ein Start-up- und Campus-Feeling setzte. Das schnell wachsende Team hatte Tischtennisplatten und endlose Annehmlichkeiten im Büro – etwa einen Feinkostladen für die Mitarbeiter und zwei riesige Rutschen. Doch nach dem Ausbruch der Pandemie traf das etwa 100 Mitarbeiter zählende Unternehmen die strategische Entscheidung, sein Büro für immer zu schließen.

Es gibt eine Handvoll Gründe, warum diese Entscheidung für AWeber richtig war. Ein wesentlicher Faktor war der Wunsch der Geschäftsführung, die Unternehmenskultur und den Unternehmenserfolg von einem physischen Standort loszulösen.

„Ich habe immer gesagt, dass nicht das Gebäude die Beziehungen definiert; die Beziehungen definieren die Kultur im Unternehmen“, sagt Bear. „Und ich denke, als wir täglich da waren, war es für uns sehr leicht, die Kultur mit dem Gebäude gleichzusetzen. Aber als wir auf Home-Office umstellten, war es wirklich lohnend zu sehen, wie stark unsere Kultur doch geblieben ist und wie wir sie auf eine kontinuierliche, virtuelle Weise weiterentwickeln.“

Citrix vollzog die Umstellung auf flexibles Arbeiten im März; ein Übergang, den Geigerman heute als nahtlos beschreibt.

„Citrix nutzt die Gelegenheit, seine Arbeitsweise zu überdenken“, sagt sie. „Wir wollen zukünftig noch stärker auf ein hybrides oder flexibles Modell setzen. Wir wollen menschliches Verhalten und die Gründe verstehen, warum Menschen ins Büro kommen wollen.“

„Es hilft, Teil eines Unternehmens zu sein, in dem Technologie, Kultur und Zusammenarbeit bereits vorherrschen“, fährt sie fort. „In gewisser Weise fühlt man sich jetzt, da alle gemeinschaftlich zu Hause sind, mehr miteinander verbunden.“

ICH HABE IMMER GESAGT, DASS NICHT DAS GEBÄUDE DIE BEZIEHUNGEN DEFINIERT; DIE BEZIEHUNGEN DEFINIEREN DIE KULTUR IM UNTERNEHMEN.

Hope Bear
Chief People Officer
AWeber

Offene Kommunikation macht Strategie zu einer gemeinsamen Priorität

„Ob wir nun im Gebäude sind oder zu Hause“, sagt Bear, „wir finden weiterhin Wege, um zu kommunizieren.“ Sowohl sie als auch Geigerman bejahen, dass eine klare Kommunikation und Mitarbeitergespräche motivierend und wirksam sind. Sie fördern nachhaltig die Employee Experience oder EX, wenn Teams von zu Hause aus arbeiten.

Aber es ist nicht nur das. Kommunikation macht EX auch zu einem gemeinschaftlichen Ziel. „Wären wir nur im Büro gewesen und hätten uns in der Kaffeeküche getroffen ... wären Teammitglieder vielleicht nicht in diese Informationen eingeweiht gewesen“, sagt Bear. „Jetzt ... ist der Großteil des Teams auf den Prozess fokussiert. Es geht darum, Wege zu finden, wie man es noch besser machen kann.“

Im Home-Office ist offener Dialog auf Technologie angewiesen. Für Geigerman stehen technische Möglichkeiten bei Citrix an erster Stelle. „Die IT-Abteilung musste sich sehr bewusst mit der Unterstützung von Mitarbeitern im Home-Office befassen“, sagt sie. „Sie musste Tools bereitstellen, die eine andere Art von Arbeit unterstützen. Digitale Whiteboard-Tools prüfen und einführen, Rollouts beschleunigen usw.“

Zugang zu digitalen Tools, die Mitarbeitern bei der Arbeit helfen, war für AWeber in den Anfangstagen unerlässlich. Aber ebenso wichtig war die Dokumentation von Best Practices. „Mit der Diskussion ging es gleichzeitig wirklich darum, auf die vorhandenen Tools zu setzen: Slack, Confluence, JIRA usw.“, sagt sie. „Dabei ermutigten wir auch das Team, neue Kommunikationswege zu nutzen, egal ob informelle oder formelle.“

„Jetzt ... ist es erstaunlich, die Ideen, Vorschläge und Best Practices, die unsere Teammitglieder tatsächlich für uns alle zur Verfügung stellen, zu sehen“, fügt sie hinzu. „Wir bauen immer weiter aufeinander auf.“

WÄREN WIR NUR IM BÜRO GEWESEN UND HÄTTEN UNS IN DER KAFFEEKÜCHE GETROFFEN ... WÄREN TEAMMITGLIEDER VIELLEICHT NICHT IN DIESE INFORMATIONEN EINGEWEIHT GEWESEN ... JETZT ... IST DER GROSSTEIL DES TEAMS AUF DEN PROZESS FOKUSSIERT. ES GEHT DARUM, WEGE ZU FINDEN, WIE MAN ES NOCH BESSER MACHEN KANN.

Hope Bear
Chief People Officer
AWeber

Empathie schafft die Umgebung

Um flexible Arbeitsplatzmodelle zu managen, müssen Teams auf die Herausforderungen jedes Einzelnen eingehen. Dies war ein wichtiger Teil der Remote-First-Strategie von AWeber. „Es gibt keine Pauschallösung“, merkt Bear an. „Unsere Teammitglieder haben unterschiedliche familiäre Situationen und Gegebenheiten. Jeder von uns hat andere Stressfaktoren. Und wir alle verarbeiten Dinge sehr, sehr unterschiedlich.“

„Wichtig ist, empfänglich zu sein und Verständnis zu zeigen“, fügt sie hinzu. „Es ist wichtig, zuzuhören und sich in jeden hineinzuversetzen. Wir versuchen wirklich, so viele Hürden wie möglich zu beseitigen.“

Paradebeispiel: Als die Führungsebene von AWeber sich für Home-Office entschied, führte sie auch einen monatlichen Internet-Bonus ein. Das Unternehmen stellt auch die Ausrüstung der Teammitglieder zur Verfügung. So ist sichergestellt, dass der Arbeitsplatz zu Hause komfortabel und produktiv ist. AWeber beginnt nun, sich auch in den Bereichen Kinderbetreuung und Seniorenbetreuung zu engagieren.

Im Wesentlichen hat AWeber seine alten, auf das Büro zugeschnittenen Ressourcen umgewidmet, um Mitarbeiter im Home-Office zu unterstützen. „Wir konnten einen wirklich guten Kompromiss finden, mit dem sich jeder gut unterstützt fühlt“, sagt Bear.

Citrix führt regelmäßig Umfragen durch, um ein Gefühl für das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu bekommen und zu sehen, wie sehr sie sich in diesen flexiblen Arbeitsplatzmodellen unterstützt fühlen. „Wir sehen uns demografische Daten an: Elternteil, Single usw., schauen auf die Abteilungen, da es zwischen den Teams Unterschiede gibt“, sagt Geigerman. „Und auf die einzelnen Mitarbeiter: introvertiert, extrovertiert.“ Die Schlussfolgerung? „Die Mitarbeiter sagen, sie wollen Flexibilität.“

WIR SEHEN UNS DEMOGRAFISCHE DATEN AN. ELTERNTEIL, SINGLE USW. [WIR SCHAUEN] AUF DIE ABTEILUNGEN, DA ES UNTERSCHIEDE ZWISCHEN DEN TEAMS GIBT. UND AUF DIE EINZELNEN MITARBEITER: INTROVERTIERT, EXTROVERTIERT. DIE MITARBEITER SAGEN, SIE WOLLEN FLEXIBILITÄT.

Jenna Geigerman
Director of Real Estate and Strategy
Citrix

Die Ausgestaltung des Arbeitsplatzes nach der Pandemie

Strategien für die Zeit nach der Pandemie bedürfen eines weiteren Feinschliffs. Sie müssen noch ausgeformt werden. Aber diese drei Prinzipien können Unternehmen dabei helfen, sich erfolgreich vorzubereiten – unabhängig davon, ob sich das Team auf langfristiges Home-Office einlässt, ein hybrides Modell wählt oder erst einmal abwarten will.

„Teammitglieder wollen [lediglich] die Wahrheit hören“, sagt Baer. „Sie wollen hören, wofür es Lösungen gibt und was noch angegangen werden muss. Je mehr wir die menschliche Komponente in den Vordergrund stellen, desto besser können wir verstehen, ... wie wir das Beste daraus machen können. Als Menschen sind wir alle darauf aus, unser Bestes zu geben.“