So entwickeln Sie Zusatzleistungen für flexible Arbeitsmodelle

Können Sie ein Gemeinschaftsbüro angesichts der wachsenden Beliebtheit flexibler Arbeitsmodelle bei der Rekrutierung immer noch als Pluspunkt nutzen? Überdenken Sie jetzt Zusatzleistungen in einer Welt mit Remote-Mitarbeitern und hybrider Arbeit.

ARTIKEL | 5 Min. Lesezeit
15. Juni 2021

Jahrzehntelang waren einzigartige und opulente Büroräume die Kronjuwelen von Mitarbeiterbenefits. Unternehmen füllten ihre Büros mit allem von Cafés bis hin zu Kletterwänden, um Top-Talente zu gewinnen und zu halten. Über die Rekrutierung hinaus wurde eine besondere Büroumgebung auch zum Ausdruck des Engagements des Unternehmens für seine Mitarbeiter, das diese für jeden Mitarbeiter geschaffenen Räume anbot, damit jeder Mitarbeiter seine beste Arbeit leisten sowie jede Minute davon genießen könne. Dann kam das Jahr 2020 und ein gemeinsames Büro wurde weniger zu einem Vorteil und mehr zu einem Fragezeichen – ganze zwei Drittel der US-amerikanischen Arbeitnehmer gaben an, sich bei der Rückkehr in ein gemeinsames Büro Sorgen um ihre Gesundheit und Sicherheit zu machen

Um Spitzentalente zu rekrutieren und zu halten, müssen Sie die Beziehung zwischen der virtuellen sowie der physischen Arbeitsumgebung überdenken, um die bestmöglichen Zusatzleistungen zu bieten. Da fast die Hälfte der Mitarbeiter der Meinung ist, dass sie nicht in Vollzeit in Gemeinschaftsbüros zurückkehren werden, erwarten sie, dass ihnen hybride Arbeitsoptionen angeboten werden. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie Zusatzleistungen sowohl innerhalb als auch außerhalb Ihres physischen Büros neu gestalten können. Dazu gehört, dass Sie die Vorlieben Ihrer Mitarbeiter erfragen, die Erkenntnisse in neue Zusatzleistungen umwandeln sowie Ihre Strategie für Mitarbeiterbenefits basierend auf den Stärken Ihres Unternehmens optimieren.

Empathie ist eine großartige Grundlage, um Zusatzleistungen zu schaffen

Um die Zusatzleistungen zu finden, die Ihren Mitarbeitern am wichtigsten sind, müssen Sie fragen und zuhören. Dies mag offensichtlich erscheinen, aber Empathie mit Ihren Mitarbeitern zu haben, erfordert mehr als nebenbei Fragen bei einem Meeting zu stellen. Um den Mitarbeitern wirklich zuzuhören, sollten Sie einen Plan zur empathischen Erforschung erstellen, bestehend aus folgenden Schritten:

  1. Umfragen durchführen, um herauszufinden, welche Zusatzleistungen sich die Mitarbeiter am meisten wünschen.
  2. Zusammenfassung der Umfragedaten zu klaren Erkenntnissen, welche Zusatzleistungen wie angeboten werden sollen.
  3. Validierung der Ergebnisse durch die Mitarbeiter, indem ihnen diese vorgeschlagenen Zusatzleistungen präsentiert werden.
  4. Testen, verbessern und wiederholt Feedback einholen, um diese neuen Zusatzleistungen stetig zu optimieren.

Der Vorteil dieses Ansatzes ist zweierlei. Sie erhalten Information darüber, welche Zusatzleistungen Ihren Mitarbeitern am wichtigsten sind, und Sie zeigen, dass Sie sich für ihre Meinung interessieren, indem Sie bei der Umsetzung transparent sind. Die Gestaltung von Zusatzleistungen für ein hybrides Arbeitsmodell bedeutet vor allem, dass die Mitarbeiter entscheiden, welche flexiblen Zusatzleistungen sie möchten. Diese Zusatzleistungen können zeitbasiert sein (ausgewählte Arbeitszeiten statt 9–5), standortbasiert (Wahlfreiheit zwischen Homeoffice oder im Büro arbeiten) oder familienbasiert (Verfügbarkeit von Kinderbetreuung in den gemeinsamen Büroräumen). Sie werden es jedoch nicht wissen, bis Sie sich die Mühe machen, danach zu fragen.

So testen und evaluieren Sie neue Zusatzleistungen

Sobald Ihr Forschungsplan Daten zu den Präferenzen von Mitarbeitern generiert, müssen Sie Schnittmengen definieren, welche analysiert, getestet und bewertet werden können. Sie werden feststellen, dass es in manchen Aspekten klare Gemeinsamkeiten gibt, wie zum Beispiel in Bezug auf die Möglichkeit, zwischen Remote-Arbeit und Arbeit im Büro zu wählen. Sie müssen Ihre Ergebnisse jedoch auch anhand verschiedener Mitarbeiterperspektiven bewerten, z. B. aufgrund von Generationen-, geografischen und Dienstrangunterschieden. Es ist daher auch möglich, Mitarbeitern maßgeschneiderte Zusatzleistungen anzubieten, welche auf ihren persönlichen Präferenzen basieren. Allerdings müssen Sie entscheiden, welche Zusatzleistungen am besten zum Unternehmen im Allgemeinen passen. Dabei ist Transparenz gegenüber den Mitarbeitern in Bezug auf die Entscheidung essenziell.

Das mag nach viel klingen, dass es zu beachten gilt, aber es ist wichtig, die Ergebnisse der Umfrage umzusetzen – denn nur so können diese mit den Mitarbeitern evaluiert werden. Wie Amy Haworth kürzlich im Podcast „tired and wired“ berichtete, schätzen es Mitarbeiter, gehört zu werden und zu wissen, dass ihr Feedback als wichtig erachtet wird. Setzen Sie die neuen flexiblen Zusatzleistungen um und messen Sie, wie sich diese auf Moral und Produktivität der Mitarbeiter auswirken. Es ist völlig in Ordnung, wenn einige dieser Zusatzleistungen nicht die erhofften Ergebnisse liefern – lernen Sie einfach aus diesem Experiment und passen Sie Ihre Strategie für Mitarbeiterbenefits entsprechend an.

Optimieren Sie die Strategie Ihrer Zusatzleistungen, um Top-Talente zu rekrutieren

Nun, da Sie eine wohldurchdachte Strategie für Ihre Zusatzleistungen erstellt haben, welche auf den Wünschen Ihrer derzeitigen Mitarbeiter basiert … wie können Sie passende Zusatzleistungen finden, um neue Talente für Ihr Unternehmen zu gewinnen? Ein guter Ausgangspunkt ist, sich die Trends zu Zusatzleistungen in führenden Unternehmen Ihrer Branche anzusehen. Ein wichtiger Vorteil Ihres gemeinsamen Büros ist beispielsweise die Einrichtung von Räumen, die ganz auf Teamarbeit ausgerichtet sind. 71 Prozent der Arbeitnehmer glauben, dass die Hauptaufgabe von Büroräumen darin bestehen wird, soziale Interaktion und persönliche Zusammenarbeit zu ermöglichen. Gestalten Sie also Bürostandorte, in dem die Menschen gerne zusammenarbeiten.

Die Optimierung einer Strategie für Zusatzleistungen zur Anwerbung neuer Talente erfordert auch, die Bedeutung von Zusatzleistungen im Unternehmen zu erweitern, und nicht nur auf die Trends zu schauen. Zusatzleistungen sind nicht nur Annehmlichkeiten – sie können auch einzigartige Unternehmenswerte sein. 70 Prozent der Mitarbeiter geben beispielsweise an, dass sie eher für ein Unternehmen arbeiten, das Wert auf Nachhaltigkeit legt und 86 Prozent glauben, dass eine geografisch, ethnisch oder neurologisch vielfältige Belegschaft immer wichtiger wird. Wenn Sie zu Themen wie diesen öffentlich Stellung beziehen, zeigen Sie potenziellen Mitarbeitern, dass Sie eine Mission mit sozialer Verantwortung verfolgen – und das ist ein größerer Anziehungspunkt als ein Raum mit Tischtennisplatten.

Gestalten Sie Zusatzleistungen jenseits von Büroräumen neu

Unzählige US-Büroangestellte haben seit März 2020 keinen Fuß mehr in ein Gemeinschaftsbüro gesetzt und einige von ihnen ziehen Remote-Arbeit vielleicht für immer vor. Bei der Neugestaltung Ihrer Zusatzleistungen ist es daher wichtig, über Büroräume hinaus zu denken. Ermitteln Sie die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter und testen und evaluieren Sie neue Mitarbeiterbenefits. So können Sie ermitteln, was funktioniert und gleichzeitig Ihre Strategie für Zusatzleistungen optimieren, um neue Talente zu erreichen. Dadurch sind Sie in der Lage, eine erfolgreiche Arbeitskultur zu schaffen, die sowohl den physischen als auch den digitalen Raum berücksichtigt. Das Ergebnis? Zufriedene Mitarbeiter, die ihr Bestes geben – und das an jedem Ort.