Citrix-Vizepräsident Chris Fleck, seines Zeichens u.a. Top-Experte für mobile Endgeräte im Citrix-Umfeld und Schöpfer des Begriffs Nirvana Phone, hat sich im Januar auf der CES 2012 in Las Vegas nach neuen Endgeräten und Trends umgesehen.

Hier sein Bericht:

Die Auswirkungen der Consumer-Technologie auf den aktuellen und zukünftigen IT-Betrieb ließen sich auf der CES 2012 leicht erkennen. Ich nahm an einer Podiumsdiskussion gemeinsam mit dem CIO von SAP und den Vize-Präsidenten von Verizon und QuickOffice teil, und wir sprachen über die Konsumerisierung der IT  und welche Einflüsse diese haben werde. Eine der Empfehlungen war, in Unternehmen einige IT-Mitarbeiter zu beauftragen, sich rechtzeitig umzusehen, was so alles an neuen Geräten kommt und mit dem Testen zu beginnen, bevor erst die Führungskräfte diese neuen Geräte ins Büro mitbringen und im Firmenumfeld nutzen wollen (ich meinte, es sollte einfach sein, hierfür Freiwillige zu finden …).

Hier einige meiner Beobachtungen auf der CES:

Intel Inside … Ihr Smartphone – Nach einigen Jahren am Spielfeldrand hat Intel nun den Kampf mit ARM aufgenommen. Intel demonstrierte einige interessante Atom-basierte Smartphones, die Lenovo und Intel dort angekündigt haben, und es wird auch eine Reihe von Motorola-Geräten mit “Intel Inside” geben. Die Vorstellung auf der Bühne war sehr gut. Die gute Nachricht ist hier, dass Android Apps, die für ARM erstellt wurden, nicht für Intel-basierte Geräte  modifiziert oder neu kompiliert werden müssen. Es gibt aber einen Atom NDK für die Optimierung des Codes für Intel-Prozessoren, und so müssen wir hier erst mal die kompletten Auswirkungen abwarten.

Touch-and-Feel Displays – Windows 8 wird stark von all den neuen Touch-fähigen Displays beeinflusst werden. Es gibt sogar Nachrüst-Rahmen, die über bestehende Displays montiert werden können, um diese berührungsfähig zu machen, und darunter sind einige sogar ohne zusätzliche Glasschicht. Brian Madden hat darauf hingewiesen, dass noch Unklarheit über die Koexistenz von Microsoft Metro Apps mit Windows x86-Anwendungen besteht. Ich stimme mit Brian überein, dass Tastatur und Maus nicht verschwinden werden, aber den Touch Screens die Zukunft gehört. Samsung zeigte das neueste Tisch-Display auf Basis von Microsoft Surface.

Smart Boards und Fernsehgeräte in Meetingräumen– Wir werden zukünftig nicht nur PC-Displays anfassen, wir werden auch Brainstormings und Präsentationen in Meeting- und Konferenzräumen via  Touch abhalten. Sharp zeigte ein 80″  Touch-fähiges Display, bei dem ich nicht widerstehen konnte, es anzufassen. Einige dieser Geräte hatten integrierte PCs, und andere waren einfach große Displays an Windows 7 (und 8) PCs. Ubuntu hat ebenfalls Ubuntu TV für Fernseher angekündigt, um OEMs eine Alternative zu Google TV zu bieten  …. Ja, und auch dafür gibt es einen Citrix Receiver!

Dünn ist “In” … Das ultradünne Asus ZenBook-Laptop ist so dünn, dass man sich daran fast schneiden könnte … Und es stellt eine sehr gute Windows- (und  ebenfalls XenClient-) Alternative zum MacBook Air dar. Das LG TV ist ebenfalls unglaublich dünn … es ist zu erwarten, dass es in vielen High End-Büros hängen wird. Ich sah auf der CES keine herkömmlichen Thin Clients, aber es gab einige kleine Android-TV-Boxen, die zukünftige Thin Client-Kandidaten darstellen könnten.

Doppelseitige Tablets – John Sculley und Allan Kay wären stolz gewesen. 15 Jahre nach dem Knowledge Navigator-Konzept zeigte Sony zeigt ihr Klapp-Tablet P. Es sah besser aus und fühlte sich besser an, als ich erwartet hatte. NEC zeigte den Prototyp des Cloud-Communicator auf Android-Basis sowie eine Verbindung mit einem virtuellen Desktop.

Mobile High Definition Link (MHL) – Vielleicht ein neuer Begriff, aber MHL wird viele der Hindernisse beseitigen, die Nirvana Phones und ähnlichen Geräten bisher im Wege stehen. Das Motorola ATRIX-Smartphone, im Vorjahr CES-Sieger, hatte bisher nicht so richtig als Nirvana Phone sein Potential entfalten können, da teures Zubehör erforderlich war, um die volle Bildschirmgröße darstellen zu können. In diesem Jahr zeigte Motorola Anschlussmöglichkeiten zu niedrigeren Kosten, plus eine attraktive Bluetooth-Tastatur mit einem ausziehbarem Trackpad. Andere demonstrierten Geräte mit MHL, die USB- und HDMI-Anbindung über ein einfaches Micro-USB-Kabel ermöglichen. Das Samsung Galaxy Note kann zum Beispiel die volle Auflösung von 1280×800 Pixeln über einen einfachen MHL-Anschluss darstellen.

Die Cloud – überall – In diesem Fall ist es eher ein Begriff aus der IT  … mit dem man die “Cloud”-Consumer beeinflussen möchte. Überall war Cloud als Begriff zu sehen. Cloud-Robots, Cloud-Hochzeiten, Cloud-Radios –  vielleicht ist das gut für die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Cloud (zumindest ist es gut für die Eigentümer von Cloud.com 🙂 )