Server-seitig gerenderte Audiodaten via HDX sind in erster Linie für die folgenden beiden Einsatzfälle von Relevanz: Unifiied Commmunication Anwendungen wie VoIP und in Verbindung mit server-seitig gerenderten Mediadaten. In XenDesktop 5.5 wurden zahlreiche Verbesserungen hinsichtlich unterstützter Audio-Peripheriegeräte sowie der hochqualitativen Audio-Wiedergabe über jede Netzwerkverbindung mit geringer Verzögerung realisiert.

Unterstützung von zahlreichen Audio-Geräten mit HDX Plug-n-Play

In XenDesktop 5.0 und XenApp 6.0 sowie früheren Versionen gab es einige Einschränkungen hinsichtlich der unterstützten Audio-Peripheriegeräte, die bei der Verwendung des optimierten virtuellen Audio-Kanals mit dem Endgerät verbunden waren. So mussten die genutzten Peripheriegeräte wie Headsets oder Lautsprecher bereits vor der dem Start des virtuellen Desktops oder der veröffentlichen Anwendungen mit dem Endgerät verbunden werden. Wurde das Audio-Peripheriegerät während einer laufenden Sitzung angeschlossen, war eine Trennung und Wiederverbindung der Sitzung nötig, damit das Gerät verwendet werden konnte. Diese Einschränkung konnte zwar mit der Nutzung des generischen virtuellen USB-Kanals umgangen werden, allerdings konnte nur über den virtuellen Audio-Kanal ein optimales Übertragungsergebnis erzielt werden, da dieser eine umfassendere Auswahl an Netzwerkbedingungen unterstützte und deutlich weniger Bandbreite benötigte. Mit der neuen Plug-n-Play-Technologie in XenDesktop 5.5 und XenApp 6.5 wird jetzt ein echtes Plug-n-Play gewährleistet. Audio-Peripheriegeräte können somit jederzeit, auch während einer Sitzung angeschlossen und wieder entfernt werden, ganz wie bei einem lokalen Desktop.

In Verbindung mit der neuen Plug-n-Play-Technologie wurde dieses Release um die Unterstützung mehrerer gleichzeitig genutzter Audio-Peripheriegeräte mit vertrautem Namen ergänzt. Mit den früheren Versionen von XenDesktop und XenApp konnte nur das Default-Audio-Gerät mit dem virtuellen Desktop oder der veröffentlichten Anwendung verbunden werden, selbst wenn mehrere Audio-Geräte am Endgerät angeschlossen waren. Zudem wurde nur ein generischer Name wie “Citrix HDX Audio” angezeigt, anstelle des aktuellen Gerätenamens. Mit der Unterstützung mehrerer Geräte können Benutzer nun mehrere Audio-Peripheriegeräte anschließen und diese einzeln spezifischen Anwendungen zuordnen. Bei vielen Softphones kann der Benutzer so den Klingelton über Lautsprecher ausgeben lassen, die Sprachein- bzw. Ausgabe jedoch gleichzeitig über ein angeschlossenes Headset leiten. So kann das Headset zwischen Telefonaten bequem abgelegt werden, ohne das ein Anruf verpasst wird. Zudem werden jetzt die vertrauten Gerätenamen angezeigt, was die Zuordnung deutlich vereinfacht.

Hochqualitative Audio-Wiedergabe über jede Netzwerkverbindung mit geringer Verzögerung

Eine gute Audio-Qualität mit geringer Verzögerung ist die Schlüsselanforderung bei der VoIP-und Media-Wiedergabe in virtuellen Desktops oder bei der Nutzung veröffentlicher Anwendungen.

In XenDesktop 5.5/XenApp 6.5 wurden speziell im ICA Scheduling Algorithmus umfassende Verbesserungen realisiert. Diese sollen sicherstellen, dass Audio-Daten selbst unter hoher CPU-Last und schwierigen Netzwerkbedingungen in Echtzeit verarbeitet und gesendet werden, um so einen hohen Benutzerkomfort bei VoIP-Anwendungen oder dem Abspielen von server-seitig gererenderten Medien gewährleisten zu können. Durch die neuen HDX-Erweiterungen kann somit eine Audio-Wiedergabe in Echtzeit mit weniger als 50ms Verzögerung auf jedem Weg realisiert werden. Zudem enthält der neuen Citrix Receiver 3.0 für Windows bessere Echo Cancellation Algorithmen, für diejenigen die sowohl Lautsprecher als auch Mikrofone in ihren Büros verwenden.

In Produktiv-Umgebungen sind schwierige Netzwerkbedingungen mit schwankenden, verlustreichen bzw. hoch ausgelasteten Verbindungen leider sehr häufig an der Tagesordnung und würden somit die Audio-Wiedergabe in Echtzeit oder die Nutzung von Media-Anwendungen in virtuellen Desktops stark beinträchtigen. Daher wurden zwei neue Funktionen entwickelt, die diesen schwierigen Bedingungen entgegenwirken – ein adaptiver Jitter Buffer im Citrix Receiver 3.0 für Windows, der Schwankungen in der Netzwerklatenz ausgleicht sowie ein UDP-Transport in Echtzeit im XenDesktop 5.5 VDI FlexCast-Bereitstellungsmodell, der Verluste bei der Übertragung verhindert.

Unter Jitter versteht man Schwankungen bzw. Verzögerungen bei der Wiedergabe. Jitter kann entweder durch das Netzwerk selbst oder durch den Sender wie den virtuellen Desktop oder den Client verursacht werden, ist dieser nicht in der Lage Audio-Daten in den richtigen Intervallen zu verarbeiten und zu senden. Durch einen Jitter Buffer wird der Datenfluss geglättet und Schwankungen ausgeglichen. Als adaptive Funktion ist der Jitter Buffer sogar in der Lage, die nötige Puffergröße den Schwankungen automatisch anzupassen und somit die Verzögerung gering zu halten und eine höhere Audio-Qualität zu gewährleisten.

Eine zusätzliche Erweiterung in HDX unterstützt den UDP-Transport in Echtzeit. Im Gegensatz zu anderen Protokollen im Markt, nutzt HDX UDP als eine angepasste Verfahrensweise für Echtzeit-Daten wie Audio. Es bietet ein automatisches Fallback zu einem TCP-basierten Transport, wenn UDP nicht verwendet werden kann. Durch die Existenz eines separaten UDP-Datenstroms für Daten in Echtzeit hilft es auch bei einem wahren Netzwerk-basierten Quality of Service (QoS). Weitere Information zu QoS in HDX.
Für die Audio-Datenübertagung in Echtzeit wird das Real Time Protokoll (RTP) über UDP verwendet. Durch die Nutzung verbreiteter Industrie-Standards wie RTP, soll eine bessere Akzeptanz sowie ein breiterer Einsatz als durch die Nutzung proprietärer UDP-Protokolle erreicht werden. Die meisten VoIP-Anwendungen nutzen ohnehin schon RTP für die Übertragung von Audio-Daten.