Millennials, Generation Y, Digital Natives: Es gibt unterschiedliche Bezeichnungen für die neue Anwendergeneration, die seit wenigen Jahren Einzug in Unternehmen hält. Gemeinsam haben die jungen Mitarbeiter vor allem eines: Sie sind mit Internet, E-Mail und Handy aufgewachsen – und bringen daher andere Einstellungen, Erfahrungen und Erwartungshaltungen mit ins Berufsleben als ihre älteren Kollegen. Zehn wichtige Dinge, die Sie über die nächste Anwendergeneration wissen sollten, haben wir für Sie zusammengestellt.

1. Verändertes Kommunikationsverhalten:

Digital Natives haben schon als Kinder und Jugendliche mehr Freizeit im Internet als vor dem Fernseher verbracht. Der Umgang mit unterschiedlichsten Web-Angeboten und Online-Tools ist für sie daher fester Bestandteil des Alltags. Neue Technologien werden dabei schnell adaptiert, ältere Technologien rasch abgelöst: Digital Natives kommunizieren heute immer weniger per E-Mail, sondern eher über Instant Messaging, SMS oder soziale Netzwerke wie Facebook. Telefoniert wird ebenfalls seltener – und wenn, dann nicht mit dem Festnetztelefon, sondern über Internet-Dienste wie Skype.

2. Flexibilität:

Berufseinsteiger erwarten von ihrem Arbeitgeber heute ein hohes Maß an Flexibilität: Viele junge Angestellte wünschen sich keinen klassischen Nine-to-Five-Job mehr – sondern legen Wert auf individuelle Arbeitszeitmodelle, Work-Life-Balance und die Möglichkeit, auch von zu Hause aus zu arbeiten. Angesichts des wachsenden Fachkräftemangels sind sie dabei in der komfortablen Situation, sich einen Arbeitgeber aussuchen zu können, der ihnen diese Voraussetzungen bietet.

3. Multitasking:

Ältere Mitarbeiter sind oft empört, wenn jüngere Kollegen während eines Meetings ihr Notebook aufgeklappt haben oder parallel Nachrichten am Smartphone beantworten. Für Digital Natives ist die gleichzeitige Beschäftigung mit unterschiedlichen Dingen dagegen selbstverständlich – Multitasking in der realen und virtuellen Welt ist für sie nicht mit Stress verbunden, sondern eher der normale Weg, Aufgaben abzuarbeiten.

4. Mobilität:

Digital Natives sind Vorreiter bei der Nutzung mobiler Technologien und lieben es, die Einsatzmöglichkeiten neuer Smartphones oder Tablets zu erkunden. Davon können Unternehmen doppelt profitieren: Die Produktivität der Mitarbeiter steigt, wenn sie in der Lage sind, ortsunabhängig zu arbeiten – gleichzeitig entdecken sie ganz nebenbei oft neue Anwendungsszenarien für die Business-IT. Unternehmen sollten jungen Mitarbeitern daher leistungsfähige mobile Endgeräte zur Verfügung stellen – und ihnen auch die Möglichkeit geben, private Endgeräte beruflich zu nutzen.

5. Vermischung von Beruf und Privatleben:

Die strikte Trennung von privater und beruflicher Sphäre wird in der Arbeitswelt der Zukunft kaum noch einzuhalten sein. Nach einer Umfrage des Kommunikations-Dienstleisters Damovo wollen 44 Prozent der befragten Studenten auch an ihrem künftigen Arbeitsplatz nicht auf soziale Netzwerke wie Facebook verzichten. Umgekehrt ist es aber für viele junge Arbeitnehmer heute auch selbstverständlich, außerhalb der normalen Bürozeiten für berufliche Anfragen erreichbar zu sein. Für die IT-Abteilung stellt die Vermischung von Privat- und Berufssphäre eine große Herausforderung dar: Neue Ansätze wie die Client-Virtualisierung können Ihnen helfen, zumindest aus technischer Sicht eine klare Grenze zwischen Firmennetz und privaten Anwendungen zu ziehen.

6. Social Media:

Digital Natives sind in unterschiedlichen Online-Netzwerken aktiv und nutzen häufig auch Kommunikationsinstrumente wie Twitter oder Blogs. Dabei treten sie nicht nur als Privatpersonen auf, sondern häufig auch in ihrer beruflichen Rolle. Unternehmen müssen daher mit ihren Mitarbeitern Richtlinien für die Online-Kommunikation vereinbaren: In so genannten Social Media Policies wird festgelegt, wie viel Offenheit erlaubt ist – und welche Grundregeln bei der Kommunikation zu beachten sind.

7. Teamwork und Interaktion:

Communities, Wikis, Online-Spiele – die Digital Natives haben früh erfahren, welche Vorteile es bietet, sich mit anderen zu vernetzen. Aus diesem Grund arbeiten sie auch in Unternehmen gerne im Team und tauschen sich mit ihren Kollegen aus. IT-Abteilungen müssen jungen Anwendern Plattformen zur Verfügung stellen, die eine effiziente Zusammenarbeit ermöglichen. Für standortübergreifende Projektteams werden dabei Lösungen für Online-Meetings, Webinare und Video-Konferenzen benötigt.

8. Self-Service:

Digital Natives warten nicht gerne darauf, bis ihnen ein IT-Administrator eine neue Software installiert. Wenn ihnen dieser Prozess zu lange dauert, übernehmen sie selbst die Initiative und suchen im Web nach einer Lösung, die ihren Anforderungen entspricht. IT-Abteilungen sollten daher verstärkt über Self-Service-Angebote nachdenken: Das kann zum Beispiel ein Online-Applikationskiosk sein, in dem sich die Anwender ihren Benutzer-Desktop selbst zusammenstellen.

9. Innovationsfreudigkeit:

Neue Ansätze wie Bring-Your-Own-Computer (BYOC), Desktop-Virtualisierung oder Cloud Services werden von jungen Anwendern gerne angenommen, wenn sie ihnen ein größeres Maß an Benutzerkomfort und Flexibilität bieten. Umgekehrt finden sie aber auch oft schnell die Schwachstellen neuer Technologien. Digital Natives eignen sich daher sehr gut als Test-User, mit denen IT-Abteilungen vor dem unternehmensweiten Rollout einer IT-Lösung eng zusammenarbeiten sollten.

10. Offener Informationsaustausch:

Digital Natives wünschen sich flache Hierarchien und einen offenen Informationsaustausch zwischen unterschiedlichen Abteilungen. Lösungen für transparentes Wissensmanagement gewinnen daher in Zukunft weiter an Bedeutung. Auch innerhalb der IT-Abteilung sollte es einen engen Austausch zwischen älteren und jüngeren Kollegen geben: Hier kommt es vor allem darauf an, das Erfahrungswissen der langjährigen Mitarbeiter und das aktuelle Know-how von Absolventen nutzbringend zu verbinden.

Welche Erfahrungen mit “Digital Natives” haben Sie gemacht? Oder gehören Sie bereits zu der hier skizzierten Anwendergruppe? Wir freuen uns über Ihr Feedback – entweder direkt hier im Blog oder auf unserer “Geek Speak” Facebook Seite.