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Sichere Videoübertragung aus der Frühchen-Station

Das Leipziger Klinikum St. Georg hat für die Eltern von kranken oder zu früh geborenen Säuglingen einen ganz besonderen Service eingerichtet: Via Internet können sie ihr neugeborenes Kind jetzt auch von zu Hause aus rund um die Uhr beobachten. Möglich machen dies Webcams in der neonatologischen Intensivstation sowie eine sichere Online-Zugriffslösung auf Basis von Citrix-Technologien. Das so genannte „Kuschelblick-TV“ lässt sich von jedem Ort aus und mit jedem beliebigen Endgerät abrufen. Sogar auf einem iPad oder Smartphone können die Eltern jederzeit Live-Bilder ihres neuen Familienmitglieds sehen.

Das Klinikum St. Georg in Leipzig ist eines der ältesten Krankenhäuser Deutschlands: Bereits am 20. März 1212 wurde die Stiftung und Ausstattung des „Spittal sente Jorgen“ durch Kaiser Otto IV. urkundlich bestätigt. Die Einrichtung feiert damit im Jahr 2012 ihr 800-jähriges Jubiläum. Heute gehören zur St. Georg Unternehmensgruppe die beiden Klinikstandorte Eutritzsch und Grünau in Leipzig, das Fachkrankenhaus Hubertusburg in Wermsdorf sowie mehr als 20 weitere Fachkliniken und Gesundheitseinrichtungen. Die Unternehmensgruppe verfügt derzeit über rund 1.700 Betten und tagesklinische Plätze im Krankenhausbereich, in der Rehabilitation, im Maßregelvollzug sowie im Bereich medizinisch-sozialer Wohnheime. Jährlich werden etwa 43.000 Patienten stationär und teilstationär behandelt.

Im Jahr 2006 stellte sich die St.Georg Unternehmensgruppe organisatorisch neu auf und bündelte unter anderem sämtliche IT-Kompetenzen in einem eigenem Tochterunternehmen, der St. Georg IT Gesellschaft. Die 24 Mitarbeiter der Gesellschaft haben seitdem eine ganze Reihe von neuen IT-Projekten angestoßen und umgesetzt – von der flächendeckenden Einführung des Krankenhausinformationssystems i.s.h.med bis hin zur Virtualisierung und Konsolidierung von IT-Systemen: „Wir sind dabei, unsere gewachsene IT-Infrastruktur Schritt für Schritt strategisch weiterzuentwickeln, um die internen Prozesse künftig noch besser unterstützen zu können“, sagt Thomas Werchau, Geschäftsführer der St. Georg IT Gesellschaft.

Standardisierung und Zentralisierung von IT-Ressourcen mit Citrix-Technologie

Ein wichtiger Aspekt ist dabei die zentrale Bereitstellung von Benutzer-Desktops. Um den Administrationsaufwand zu minimieren und die geografisch verteilten Standorte der Unternehmensgruppe effizienter managen zu können, sollen künftig an vielen IT-Arbeitsplätzen die vorhandenen Client-PCs durch Thin Clients abgelöst werden. Der Standard-Desktop mit allen Kernanwendungen läuft dann nicht mehr lokal auf dem Endgerät, sondern wird über eine zentrale Citrix XenApp-Infrastruktur im Rechenzentrum zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit dem IT-Dienstleister COMPAREX entwickelte die IT-Tochtergesellschaft des Klinikums ein entsprechendes Lösungskonzept, das jetzt in die Praxis umgesetzt wird. „Bis Ende 2012 wollen wir rund 1.000 unserer 1.500 IT-Arbeitsplätze auf das neue Modell umstellen“, so Thomas Werchau.

Standardisierung und Zentralisierung sind für den Geschäftsführer wichtige Strategien, um die Wirtschaftlichkeit der IT-Infrastruktur zu optimieren. „Aber gerade im medizinischen Bereich gibt es natürlich auch viele technische Besonderheiten, auf die wir unbedingt Rücksicht nehmen müssen“, fügt er hinzu. Die IT-Organisation kooperiert daher sehr eng mit den Fachabteilungen, um Lösungen zu entwickeln, die sich im Alltag wirklich bewähren. Dabei hat man auch stets ein offenes Ohr für die Wünsche und Ideen der Anwender.

Eine dieser Anregungen kam im Frühjahr von der Chefärztin der Fachbereiche Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, Prof. Dr. med Eva Robel-Tillig. Die Medizinerin ist unter anderem für die neonatologische Intensivstation – die so genannte Frühchen-Station – verantwortlich. Hier werden Neugeborene, die zu früh auf die Welt gekommen sind oder an Erkrankungen leiden, medizinisch betreut. Für die Eltern ist dies eine sehr schwierige Situation: Sie können ihr neugeborenes Kind nicht ständig bei sich haben und in der Regel nur wenige Stunden am Tag sehen.

Die Chefärztin schilderte den IT-Spezialisten diese Problematik und berichtete von einem innovativem Lösungsansatz, der erstmals in den USA erprobt wurde. Mehrere Krankenhäuser bieten Eltern dort die Möglichkeit, ihr frühgeborenes Kind rund um die Uhr über eine Webcam zu beobachten. Begleitende Studien bestätigten, dass sich dieser Ansatz sehr positiv auf die Mutter-Kind-Beziehung auswirkt. Die Verantwortlichen beschlossen daher, ein derartiges Angebot auch im Klinikum St. Georg umzusetzen.

Installation von Live-Webcams in der Frühchen-Station

Für das „Kuschelblick-TV“ genannte Projekt wurde zunächst die neonatologische Intensivstation der Kinderklinik mit Kameras ausgestattet. Die unauffällig in der Decke eingelassenen Webcams sind jeweils auf ein Bettchen gerichtet und lassen sich einfach durch das Pflegepersonal bedienen und einstellen. So können die Krankenschwestern beispielsweise die Gesichter der Neugeborenen näher heranzoomen. Auf einem Monitor im Stationszimmer sehen die Pflegekräfte alle Videobilder auf einmal und haben damit eine zusätzliche Möglichkeit, die kleinen Patienten in der Station zu überwachen.

„Die große Herausforderung war für uns allerdings, die Kamerabilder auch außerhalb des Klinikums zugänglich zu machen“, berichtet Martin Schmeißer, Projektverantwortlicher in der St. Georg IT Gesellschaft. Die erste Idee des Projektteams war, jeden Video-Stream einfach als Web-Service über eine passwortgeschützte Internet-Seite zur Verfügung zu stellen. Allerdings scheiterte dieses Verfahren an der Heterogenität der möglichen Client-Szenarien. Um das Videobild im Browser betrachten zu können, hätten die Eltern nicht nur eine ganz bestimmte Version des Internet Explorers auf ihrem Rechner nutzen müssen – es wäre zudem notwendig gewesen, zusätzliche Funktionen zu aktivieren und Plug-Ins zu installieren. „Bei der Zusammenstellung der mehrseitigen Bedienungsanleitung wurde uns dann sehr schnell klar, dass wir die Anwender mit dieser Lösung technisch überfordern“, so Martin Schmeißer.

Die IT-Organisation entwickelte daher in Zusammenarbeit mit COMPAREX IT-Consulting ein alternatives Zugriffskonzept für das „Kuschelblick-TV“. Technologisch baut dieses auf der vorhandenen Citrix XenApp-Infrastruktur des Klinikums auf. Für jede der sechs Kameras wurde dazu ein angepasster Internet Explorer mit den erforderlichen ActiveX-Einstellungen auf einem XenApp-Server installiert. Der Anwender kann diese zentral bereitgestellte Anwendung von jedem Endgerät mit Internet-Anschluss aufrufen und muss nicht zuerst Konfigurationen an seinem eigenen Web-Browser vornehmen.

Sicheres Zugriffskonzept und flexible Nutzung mit iPad und Smartphone

Um alle datenschutzrechtlichen Anforderungen zu erfüllen, ist der Zugriff auf die Webcams mehrfach abgesichert. Eltern eines Frühgeborenen erhalten vom Klinikum einen Benutzernamen, ein Passwort sowie ein Hardware-Token für die Benutzer-Authentifizierung. Mit ihren persönlichen Zugangsdaten und dem zufällig generierten PIN-Code des Tokens melden sie sich dann an einer speziellen Web-Adresse an. Erst nach dem erfolgreichen Login sehen sie das Programm-Icon, mit dem sie die Kameraverbindung zu ihrem Kind starten können.

Der gesamte Datenstrom zwischen dem Client-Rechner und dem XenApp-Server, auf dem die Webcam-Anwendung läuft, wird dabei durch die Netzwerkkomponente Citrix NetScaler VPX verschlüsselt. „Das ist grundsätzlich dieselbe Technologie, die wir auch nutzen, um mobile Anwender und Home Offices sicher an unser Netzwerk anzubinden“, erklärt Martin Schmeißer. Der Clou an der Lösung: Die Anwender können die Videobilder ihres Neugeborenen nicht nur auf einem Windows-PC betrachten, sondern ebenso auf Apple-Notebooks, iPads oder sogar auf Smartphones. Für den Zugriff mit iPad oder Smartphone muss dazu lediglich die kostenlose Citrix Receiver App auf das Endgerät geladen werden.

Der IT-Projektleiter ist gerade von dem mobilen Zugriffsmöglichkeiten begeistert: „Mit Citrix-Technologie konnten wir eine Lösung umsetzen, die sich nicht nur einfach bedienen, sondern auch von jedem beliebigen Ort aus nutzen lässt. Video-Übertragung auf iPad und Smartphone gibt es noch in keinem anderen Klinikum in Deutschland.“

Positives Feedback von allen Seiten

Von den Eltern der Frühgeborenen wurde das Kuschelblick-TV sehr positiv angenommen. Die Webcams laufen rund um die Uhr – so können die Eltern zu jeder beliebigen Tag- und Nachtzeit einen Blick auf ihr Kind werfen. Lediglich während einer Behandlung oder Visite wird ein Standbild in der Webcam eingeblendet. Für die gute Qualität des Video-Streams sorgt die HDX-Technologie von Citrix: Durch die Optimierung des Übertragungsprotokolls lassen sich die Live-Bilder der Webcam selbst über Mobilfunkverbindungen problemlos betrachten.

Genutzt wird das Angebot heute oft nicht nur von den Eltern des Neugeborenen, sondern von der ganzen Familie. So haben beispielsweise auch Geschwister, die ihr Brüderchen oder Schwesterchen noch nicht auf der Station besuchen dürfen, jetzt die Möglichkeit, einen ersten Kontakt zum Neugeborenen aufzubauen. Chefärztin Prof. Dr. Robel-Tillig betont, welche großen Vorteile die neue Lösung für die Betroffenen bietet: „Das bedeutet vor allem, dass das Neugeborene durch die Webcam-Übertragung bereits in dieser Phase in die Familie integriert werden kann, obwohl es zum Teil oft noch für eine längere Zeit im Krankenhaus liegen muss. Somit wird ein Stück Normalität für die ganze Familie geschaffen.

Ein nicht unwesentlicher Faktor in dieser frühen Bindungsphase.“ Dabei müsse niemand befürchten, dass Eltern nun nicht mehr selbst bei ihren Kindern in der Klinik vorbeischauen: „Unsere Erfahrungen zeigen, dass vor allem die Mütter ihren Nachwuchs immer noch lieber persönlich besuchen. Die Computer-Verbindung ist aber eine weitere wichtige Kontaktmöglichkeit“, so Robel-Tillig. Auch Thomas Werchau ist stolz auf das Projekt, das die St. Georg IT Gesellschaft zusammen mit COMPAREX in einem relativ kurzen Zeitraum auf die Beine gestellt hat: „Das Kuschelblick-TV zeigt exemplarisch, wie wir mit Innovationen echten Mehrwert für Patienten und Angehörige schaffen können. Schön ist auch, dass wir für die Umsetzung keine komplett neue Lösung entwickeln mussten. Stattdessen nutzen wir als Basis dieselben Citrix-Technologien, die uns auch bei der Optimierung unserer internen IT-Infrastruktur helfen."

Über Citrix

Citrix Systems, Inc. (NASDAQ:CTXS) verändert die Art und Weise, wie Menschen, Unternehmen und die IT im Cloud-Zeitalter zusammenarbeiten. Mit führender Cloud-, Collaboration-, Netzwerk- und Virtualisierungstechnologie unterstützt Citrix mobile Arbeitsmodelle und neue Cloud-Angebote. Mehr als 250.000 Unternehmen setzen weltweit auf Citrix und profitieren von flexiblen und jederzeit zugänglichen IT-Angeboten. Insgesamt 75 Prozent aller Internetnutzer kommen täglich direkt oder indirekt mit Citrix-Lösungen in Kontakt. Citrix pflegt Partnerschaften mit über 10.000 Firmen in 100 Ländern. Der jährliche Umsatz betrug 2,21 Milliarden US-Dollar in 2011.

© Copyright 2012 Citrix Systems, Inc. Alle Rechte vorbehalten. Citrix® einschließlich aller verwandten Logos sind (in den USA und anderen Ländern eingetragene)Warenzeichen bzw. Markenzeichen und Servicemarken der Citrix Systems, Inc. Windows® ist eingetragenes Warenzeichen der Microsoft Corporation. Alle anderen Warenzeichen und Markennamen sind das Eigentum der jeweiligen Besitzer.
Mit Citrix-Technologie konnten wir eine Lösung umsetzen, die sich nicht nur einfach bedienen, sondern auch von jedem beliebigen Ort aus nutzen lässt. Video-Übertragung auf iPad und Smartphone gibt es noch in keinem anderen Klinikum in Deutschland.
- Martin Schmeißer

Abteilungsleiter Systembetrieb/ADD

St. Georg IT Gesellschaft

Kundennutzen

  • Sichere Zugangslösung für Webcam-Projekt „Kuschelblick-TV“
  • Flexibler Zugriff mit jedem beliebigen Endgerät, einschließlich Tablets und Smartphones
  • Optimierte Performance der Video-Übertragung durch HDX-Technologie
  • Zentrale Bereitstellung von Benutzer-Desktops für künftig rund 1.000 IT-Arbeitsplätze
  • Effiziente Anbindung von externen Standorten, mobilen Anwendern und Home Offices

Bereitgestellte Anwendungen

Insgesamt rund 165 Standard- und Fachanwendungen, darunter

  • SAP GUI
  • Microsoft Office
  • Nuance Dragon NaturallySpeaking
  • LabCenter
  • Kodip
  • Infinitt

IT-Infrastruktur

  • Citrix XenApp 5.0 auf 30 virtuellen Servern mit jeweils 2 Prozessoren und 4 GB RAM, Windows Server 2003 Standard, Citrix NetScaler VPX
  • Im Endausbau rund 1.000 unterschiedliche Endgeräte, darunter zahlreiche IGEL Thin Clients, Smartphones und Tablets

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